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		<title>Zu: Dietmar Mierth &#8220;Wahrhaftig sein &#8211; warum? Die Grundnorm der Wahrhaftigkeit, ihre ethische Begründbarkeit und Universalisierbarkeit&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:23:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[kaufen beim Grin-Verlag
Autor: Christiane Burmeister
I. „Wahrhaftig sein- warum?“ – Eine Zusammenfassung 
Die 1996 erstmals veröffentlichte Abhandlung „Wahrhaftig sein- warum?“ von Dietmar Mieth versucht vermittels unterschiedlicher Argumentationswege die Existenz, die ethische Begründbarkeit und die Universalität der Wahrhaftigkeitsgrundnorm zu aufzuzeigen. Dabei wird die Wahrhaftigkeit an ethischen Theorien und Konzeptionen geprüft, und ihre Ausprägungen im Positiven wie im [...]


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<p>Autor: Christiane Burmeister</p>
<p><strong>I. „Wahrhaftig sein- warum?“ – Eine Zusammenfassung </strong></p>
<p>Die 1996 erstmals veröffentlichte Abhandlung „Wahrhaftig sein- warum?“ von Dietmar Mieth versucht vermittels unterschiedlicher Argumentationswege die Existenz, die ethische Begründbarkeit und die Universalität der Wahrhaftigkeitsgrundnorm zu aufzuzeigen. Dabei wird die Wahrhaftigkeit an ethischen Theorien und Konzeptionen geprüft, und ihre Ausprägungen im Positiven wie im Negativen, sowie ihre Bedingungen und Pflichten beleuchtet.</p>
<p>Mieth stellt seiner Abhandlung die grundlegende These der Existenz einer allgemein anerkannten Grundnorm der Wahrhaftigkeit voran. Die Begründung seine These ist zunächst eine negativ formulierte, denn als indirekte Beweisführung dieser Grundnorm dient ihre ausnahmsweise Nichtgeltung. Zwar gibt es jene Einzelfälle, in denen bestimmte Prinzipien ein Abweichen von der Wahrheit zu Gunsten einer anderen Norm anregen, doch würde die Unwahrheit stets als das Brechen eines gemeinhin akzeptierten, ungeschriebenen Wahrheitsgebots gelten und bedürfe einer speziellen Rechtfertigung. Als zweites Argument führt Mieth den Grundsatz des gegenseitigen Respekts an, die Menschen als Vorraussetzung für eine gelingende Handlungs- oder Kommunikationsbeziehung einander entgegenbringen müssen. Mieth bezeichnet diese Anerkennung der gegenseitigen Rechte und Pflichten als „Prinzip der konstitutiven Konsistenz“<sup>1</sup>, welches die Einhaltung der Wahrhaftigkeit als Basiselement erfordert. Der dritte Begründungsweg führt auf die Selbstzweckformel des kategorischen Imperativs von Kant<sup>2</sup> zurück, deren Pflichten gegen sich selbst das Fundament für die Pflichten gegenüber anderen darstellen. So soll die aus Vernunftgründen sich selbst auferlegte Wahrheitsvorschrift prinzipiell ein auf die gesamte Menschheit zu übertragendes Gebot sein, was die grundsätzliche Akzeptanz der kommunikativen Aufrichtigkeit zur Folge hat. Als nächsten Schritt der Argumentation wählt Mieth eine Form der analogen, nicht deduktiven Erklärung der Wahrhaftigkeitsnorm aus anthropologischer Bedürftigkeit vermittels „Konvergenzargumentation“. Das Bedürfnis nach Wahrheit ist unter den Menschen aus zweierlei Gründen vorhanden: zum einen bedingt durch den Wunsch nach einem wahrhaftigen Bezug zur Realität und zum anderen durch das Bedürfnis nach sinnvoller zwischenmenschlicher Kommunikation, welches die Wahrhaftigkeit impliziert. Dazu gehören nach der Wahrheitshermeneutik die Wirklichkeitstreue, der Konsens, die Kontextualität und die Narration. Diese Ebene bezeichnet Mieth als „Ist- Plausibilität“, der er die analoge Ebene der „Soll- Evidenz“, also die damit einhergehende Wahrhaftigkeitsmoral zur Seite stellt. Beide, so Mieth, stünden in einem konvergenten Verhältnis zueinander und seien sozusagen auf „Parallelstraßen“ miteinander verbunden.</p>
<p>Anhand der Wahrhaftigkeitsmaximen „Streben“ und „Sollen“<sup>3</sup> untersucht Mieth die Grundnorm nun aus der ethischen Perspektive, also dem Soll- Evidenten. Während das menschliche Streben nach der Wahrheit einen stärken Wirklichkeitsbezug hat, bezieht sich der Sollensaspekt der Wahrheit als Anspruch der Menschen untereinander stärker auf ein normatives Paradigma, beide aber leisten einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Anerkennung von Wahrheit.</p>
<p>Der darauffolgende Abschnitt behandelt die verantwortungsethische Interpretation der Wahrhaftigkeitsgrundnorm und stellt zunächst die Frage nach ihren Grundkomponenten. Wahrhaftigkeit setzt sich zusammen aus (1) interpersonaler, bezogen auf sich selbst, den Adressat und den Inhalt, (2) intrapersonaler, und (3) wirklichkeitsbezogener Wahrheitsverpflichtung. Ferner ist die Reichweite und Struktur der Wahrhaftigkeit zu berücksichtigen, wobei hier zwischen Nahbereich (direkte Kommunikation zweier Subjekte), Mesobereich (Gruppenkommunikation), Fernbereich und Öffentlichkeitsbereich (Anonymitätssituation) unterschieden wird. Zudem muss der zeitliche Kontext, der eine Aussage oder eine Kommunikation begrenzt, in die Interpretation ihrer Wahrhaftigkeit eingeschlossen werden. Auch die moralische Bewusstseinsstufe, nach Piaget und Kohlberg<sup>4</sup> eingeteilt in (1) Handeln nach Lust und Strafe, (2) Handeln nach Law and Order und (3) Handeln nach selbstgelegten Grundsätzen, muss als „Faktor der sittlichen Persönlichkeitsbildung“<sup>5</sup> mit einbezogen werden. Schließlich spielt noch die Frage nach dem Adressaten im zeitlich- räumlichen Zusammenhang eine wesentliche Rolle bei der verantwortungsethischen Entfaltung von Wahrhaftigkeit. Hier muss, in Anlehnung an die verschiedenen Geltungsbereiche, zwischen einzelnen Subjekten, Gemeinschaften, Öffentlichkeiten und Institutionen unterschieden werden.</p>
<p>Im Zuge seiner Untersuchung betrachtet Mieth die Wahrhaftigkeitsgrundnorm sodann im Licht verschiedener Ethik- Konzeptionen, wobei er sich zunächst den universalistischen, dann den nicht- universalistischen Konzeptionen zuwendet. An den Anfang stellt er das deontologische, also verantwortungs- oder auch pflichtethische Verständnis Kants von Wahrhaftigkeit. Demnach ist diese als Prinzip einem jeden grundsätzlich zur Pflicht, ungeachtet einzelner Umstände, in denen andere vermeintlich Vorrang hätten. Nach einer Interpretation von Jean- Claude Wolf bedeutet eine Pflichtenabwägung in Einzelfällen aber nicht zwangsläufig den Bruch mit der Wahrhaftigkeitsnorm. Ihre kategorische Gültigkeit bleibt bestehen, ihr wird lediglich im Kontext einer ethischen Folgenabschätzung eine als einschlägig empfundene andere Norm, beispielsweise das Recht auf Notwehr, vorgezogen. Im teleologischen Verständnis hingegen ist eine Folgenabschätzung in jedem Fall geboten, hier sind vor allem die Kontextfaktoren des Kommunikationszusammenhangs für die Wahrheitsfindung von Bedeutung. Mieth überlegt an dieser Stelle, ob sich Deontologie und Teleologie in der Konsequenz letztlich wesentlich voneinander unterscheiden.</p>
<p><strong>[...]</strong></p>
<hr />1 Mieth, Dietmar: Wahrhaftig sein- warum?, in: Wunden, Wolfgang: Wahrheit als Medienqualität. Beiträge zur Medienethik, Bd. 3, Frankfurt a. M., 1996, S. 86.</p>
<p>2 Der hier relevante Teil des kategorischen Imperativs von Kant lautet: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“ Vgl.: Mieth, Dietmar: Wahrhaftig sein- warum?, in: Wunden, Wolfgang: Wahrheit als Medienqualität. Beiträge zur Medienethik, Bd. 3, Frankfurt a. M., 1996, S. 87.</p>
<p>3 Diese von Mieth aufgegriffene Unterscheidung lässt sich auf Hans Krämer  („Integrative Ethik“) zurückführen.</p>
<p>4 Vgl.: Mieth, Dietmar: Wahrhaftig sein- warum?, in: Wunden, Wolfgang: Wahrheit als Medienqualität.Beiträge zur Medienethik, Bd. 3, Frankfurt a. M., 1996, S. 92.</p>
<p>5 Ebenda, S. 92.</p>


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		<title>Zur Problematik des Hirntods in den &#8220;autopilot&#8221;-Gedichten Ulrike Draesners</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:22:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[kaufen beim Grin-Verlag
Autor: Ursula Menne
1 Relevanz der Hirntodproblematik Selbstbestimmtes Sterben, das durch Patientenverfügungen geregelt ist, soll in Deutschland gestärkt werden. Der Bundestag debattiert in diesen Tagen, wie die Entscheidung eines Patienten für den eigenen Tod respektiert werden kann. Dabei wird die Frage nach dem Zeitpunkt des Todes relevant; denn ein Mensch, der sich entscheiden muss, [...]


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<p>Autor: Ursula Menne</p>
<p>1 Relevanz der Hirntodproblematik Selbstbestimmtes Sterben, das durch Patientenverfügungen geregelt ist, soll in Deutschland gestärkt werden. Der Bundestag debattiert in diesen Tagen, wie die Entscheidung eines Patienten für den eigenen Tod respektiert werden kann. Dabei wird die Frage nach dem Zeitpunkt des Todes relevant; denn ein Mensch, der sich entscheiden muss, wann er auf lebensrettende Maßnahmen verzichten will, muss über den Stand der Wissenschaft informiert sein. In Deutschland ist der Ganzhirntod als Todeszeitpunkt definiert :„Der Hirntod wird definiert als Zustand des irreversiblen Erloschenseins aller Funktionen des Groß- und Kleinhirns sowie des Hirnstammes (Ausfall der gesamten Hirnfunktionen) bei einer durch kontrollierte Beatmung noch aufrechterhaltenen Herz- und Kreislauffunktion.“ Ist die Entscheidung für dieses Todeskriterium berechtigt? Im obigen Zitat zeigt sich die deutlich die Problematik: Zwar wird der Hirntod von Medizinern durch bestimmte Einzeltests festgestellt. Dennoch scheint der Mensch noch zu leben, denn der in der beschriebenen Situation künstlich aufrechterhaltende Kreislauf bewirkt, dass das Herz noch schlägt, die Lunge noch arbeitet, der Körper sich sogar bewegt. Die traditionelle, subjektive Wahrnehmung des Todes wird mit dem Hirntod-Konzept also unterlaufen. Aufgrund der offensichtlichen Diskrepanz zwischen dem ‚objektiven‘, wissenschaftlich anerkanntem Todeskriterium und der ‚subjektiven‘, traditionell überlieferten Wahrnehmung ist eine Diskussion um den präzisen Moment des Todes eines Menschen entflammt. Denn es stellt sich nicht nur die Frage, wann medizinische Geräte, die ein Individuum am Leben erhalten, abgeschaltet werden können. Auch für die Organtransplantation ist das Problem des exakten Todeszeitpunktes relevant, denn lebenswichtige Organe müssen so schnell wie möglich nach dem Tod entnommen werden. Nicht nur Politiker und Rechtsmediziner, sondern auch Literaten engagieren sich in der Debatte um die Feststellung des Todes. Im Folgenden soll vorgestellt werden, wie die Schriftstellerin Ulrike Draesner lyrische Texte dazu nutzt, um das ethische Problem des Hirntodkonzepts zu thematisieren.</p>


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		<title>Zivilreligion &#8211; Moral und Grenzen einer Idee</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:21:18 +0000</pubDate>
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Autor: Christian Bacher
Einleitung 
Mit dieser Hausarbeit möchte ich eine schlaglichtartige Beleuchtung ausgewählter Aspekte zu dem Thema der Zivilreligion bzw. Civil Religion1 geben. Im ersten Abschnitt wird versucht den Begriff der Zivilreligion umfassend darzustellen und dessen Voraussetzungen zu klären. Der zweite Abschnitt erläutert die mit der Zivilreligion verknüp ften moralischen Werte und den Zusammenhang [...]


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<p>Autor: Christian Bacher</p>
<p><strong>Einleitung </strong></p>
<p>Mit dieser Hausarbeit möchte ich eine schlaglichtartige Beleuchtung ausgewählter Aspekte zu dem Thema der Zivilreligion bzw. Civil Religion1 geben. Im ersten Abschnitt wird versucht den Begriff der Zivilreligion umfassend darzustellen und dessen Voraussetzungen zu klären. Der zweite Abschnitt erläutert die mit der Zivilreligion verknüp ften moralischen Werte und den Zusammenhang mit der Ideengeschichte des Kommunitarismus. Wozu das Konzept der Zivilreligion fähig ist und wo sich die Grenzen dieser Fähigkeiten befinden bzw. welche Merkmale der Zivilreligion einer kritischen Betrachtung bedürfen, soll im dritten Abschnitt geklärt werden.</p>
<p>Obwohl es mir wichtig ist, das Phänomen der Zivilreligion geografisch übergreifend darzustellen, ist dies nicht möglich, ohne in dieser Arbeit häufig auf die beispielhafte Entwicklung in den USA zu verweisen, wo eine umfassende Civil Religion am ehesten zu finden ist. Darüber hinaus versuche ich die Abstraktheit des Modells durch veranschaulichende Beispiele innerhalb dieser Arbeit abzumildern. Unter den Autoren lege ich einen Schwerpunkt auf die Arbeiten von RICHARD N. BELLAH, der den Begriff mit seinem Aufsatz „Civil Religion in America“ aus dem Jahre 1967 prägte. Als Mensch vereinigt BELLAH die Seelen eines Wissenschaftlers und gläubigen Christen, was zur Folge hat, dass er der wissenschaftlichen Welterkenntnis (vgl. SCHIEDER 1987, S.85,86) eindeutige Grenzen zuweist, andererseits seine Erkenntnisse erst die Basis für sein gesellschaftliches Engagement darstellen. Er will Zustände verändern, nicht nur analysieren. Seine Arbeiten sind in gewissen Maße selbstbezüglich. Dennoch, im Laufe der zeitgeschichtlichen Entwicklung und seiner eigenen menschlichen Reifung relativiert auch er viele seiner normativen Ansichten.</p>
<p><strong>I. Definition und Voraussetzungen einer Zivilreligion </strong></p>
<p>Eine umfassende und begrenzende Definition von Begriffen wie Religion im Allgemeinen und Zivilreligion im Besonderen ist nicht einfach. Es ist allgemeine Praxis, dass Zuschreibungen versucht werden, d.h. den genannten Begriffen Merkmale zuzuordnen, welche in einem bestimmten Zeitalter, für einen begrenzten geografischen Raum und eine bestimmte Kultur zutreffen. Dabei fließt in die Religionszuschreibungen eher die Meinung, die Öffentlich- keit und Medien vertreten ein, der theologisch-kirchliche Einfluss auf den Religionsbegriff ist dabei eher gering. Ermittelt werden diese Merkmale innerhalb von Diskursen, als Ergebnisse von fortwährenden Kommunikationsprozessen innerhalb der Gesellschaft. „I conceive [...] of the American civil religion […] as the subordination of the nation to ethical principles that transcend it in terms of which it should be judged.” (BELLAH 1967, S.1) Was BELLAH hier mit „ethical principles” beschreibt, ist nicht weniger als ein Mindestmaß an gesellschaftlich übergreifenden, gemeinsam geteilten, normativen Grundwerten und -überzeugungen, die nicht nur den Staat, sondern auch das Individuum an eine Gemeinschaft binden und für den Zusammenhalt dieser Gemeinschaft sorgen. Für den religiösen Bezug der Zivilreligion sorgt ein „von den Menschen in dieser Gesellschaft geteiltes religiöses Weltbild, das die moralischen Regeln des Gemeinwesens begründet und legitimiert“ (HASE 2001, S.53), denn auch BELLAH (1967, S.1; Hervorh. von mir) meint, „every nation and every people come to some form of religious self-understanding“. Eine weiterführende Erläuterung von Civil Religion ermöglicht die Trennung und separate Beschreibung von Civil und Religion. Der Religionsbegriff BELLAHS basiert auf einem integrativen, aber abstrakt-autonomen, von EMILE DURKHEIM entlehnten, Religionsbegriff. Zunächst ist der Glaube an eine übergeordnete „Macht oder Kraft“2, der das menschliche Leben unterliegt, für eine Religionsentstehung notwendig. Zweite Voraussetzung ist, „dass ein religiöses System Vorstellungen mit auf diesen Vorstellungen bezogenen Handlungen verbindet, und dass sowohl die Handlungen als auch die Vorstellungsinhalte für den einzelnen verpflichtenden Charakter haben“3 (HASE 2001, S.31). Drittens müssen diese Wertevorstellungen und Praktiken kollektiv, von einer Gemeinschaft, getragen werden. Repräsentiert wird die Religion dabei durch Institutionen, Kulte und Riten, in welchen der religiösen Mythen gedacht wird. BELLAH (1967, S.3) meint dazu: „This public religious dimension is expressed in a set of beliefs, symbols, and rituals that I am calling American civil religion.“4 Dabei entsteht keine Religion aus dem Nichts, jedes Mitglied der Gemeinschaft findet sich bereits in einer bestimmten Tradition und Historie wieder (vgl. SCHIEDER 2001a, S.12). Individuell findet Religion auch eine Entsprechung in den Begriffen Weltanschauung, Überzeugung oder Sinnstiftung, auf welchen individuelle Handlungen basieren.</p>
<p><strong>[...]</strong></p>
<hr />1 Civil Religion wird hier gleichbedeutend mit Zivilreligion verwendet, obgleich der deutsche Kontext vom amerikanischen abweicht. Insbesondere wird auf Civil Religion zurückgegriffen, wenn sich der Text auf den USamerikanischen Kontext, z.B. in Beispielen oder hervorzuhebenden Entwicklungen, bezieht.</p>
<p>2 DURKHEIM sieht den Ursprung dieser Kraft in der Ausdifferenzierung einer Gesellschaft. Auf Basis von gegenseitigen Abhängigkeiten der Individuen und der sozioökonomischen Umstände des gemeinschaftlichen und arbeitsteiligen Zusammenlebens setzt im Laufe der Zeit ein kultureller Interpretationsprozess bezüglich der ‚gesellschaftlichen Macht’ ein, der als Ergebnis Phänomene wie Götter und Geister auswirft (vgl. HASE 2001, S.31).</p>
<p>3 Auch SCHIEDER (2001a, S.12) reflektiert DURKHEIM, indem DURKHEIM Religion als Zwang gegenüber ihren Mitgliedern ausweise, welche einen aus kollektiven Anschauungen verbindlichen Charakter für das Individuum habe. Für individuelle Wirklichkeitsdeutungen ist somit kein Platz.</p>
<p>4 Zitate wie „bringing hope to the oppressed, and delivering justice to the violent“, „ I believe that God has planted in every human heart the desire to live in freedom.“, „Our aim is a democratic peace &#8211; a peace founded upon the dignity and rights of every man and woman.”, „We can trust in that greater power who guides the unfolding of the years. And in all that is to come, we can know that His purposes are just and true.” aus der ‚State of the Union Adress’ (BUSH 2004, S.1-9) , deuten auf die Mythen über Gründung und Bestimmung der USA hin, wobei beide in dem immer wiederkehrenden Ritus der Rede zum ‚State of the Union’ verankert sind.</p>


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		<title>Zivilisatorischer Fortschritt ins Grenzenlose? Gen-ethische Grenzfragen von heute und Albert Schweitzers Konfliktethik</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:20:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[kaufen beim Grin-Verlag
Autor: Dr. phil. Gottfried Schüz
I. Einleitende Bemerkungen
Vor genau 50 Jahren (1953) haben Watson und Crick die Struktur der sog. DNA-Doppelspirale entdeckt. Damit war erstmals bewiesen, dass die Erbanlagen für jedes Lebewesen und auch für den Menschen in einer bestimmten molekularen Struktur chemisch festgelegt sind. Das Faszinierende und Revolutionierende dieser Entdeckung ist die Erkenntnis, [...]


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<p>Autor: Dr. phil. Gottfried Schüz</p>
<p><strong>I. Einleitende Bemerkungen</strong></p>
<p>Vor genau 50 Jahren (1953) haben Watson und Crick die Struktur der sog. DNA-Doppelspirale entdeckt. Damit war erstmals bewiesen, dass die Erbanlagen für jedes Lebewesen und auch für den Menschen in einer bestimmten molekularen Struktur chemisch festgelegt sind. Das Faszinierende und Revolutionierende dieser Entdeckung ist die Erkenntnis, dass die DNA und damit die Gene als Träger der Erbinformation bei allen Lebewesen vom Bakterium bis zum Menschen aus lediglich 20 variablen chemischen Baueinheiten, den sog. Aminosäuren, bestehen, die nahezu unendliche Kombinationsmöglichkeiten für den Aufbau des Organismus bieten. Die beiden DNA-Stränge ergänzen sich wie Schlüssel und Schloss, d.h. bei der Zellteilung geht von jedem Chromosom je ein DNA-Strang in die Tochterzellen ein, der die komplette Information enthält für die Replikation der jeweils fehlenden Hälfte. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Erbinformation von der befruchteten Eizelle im Laufe der nachfolgenden Abermillionen von Zellteilungen bis zum ausgewachsenen Individuum in alle Körperzellen lückenlos weitergegeben wird. Damit war also ein biologisches System entdeckt, das seit ca. 2 Milliarden Jahren in allen Lebewesen identisch funktioniert.<sup>2</sup></p>
<p>Darüber hinaus ist es Anfang dieses Jahres erstmals gelungen, das menschliche Genom komplett zu entschlüsseln. Demnach sind auf 46 Chromosomen etwa 30.000 Gene lokalisiert, die ca. 1 Million verschiedene Proteine herstellen. Die Euphorie über dadurch sich eröffnende unbegrenzte Möglichkeiten, regulierend in die menschliche Keimbahn einzugreifen, ist groß. Allerdings ist damit nichts gesagt über die Funktionen und das Zusammenspiel der Gene im Entwicklungsprozess. Diese sind nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Man könnte die Situation vergleichen mit einem Computer, der zwar den Text des Neuen Testaments vollständig „einlesen“ kann, aber nicht weiß, ob er ihn unter dem Ordner „Badekuren“ oder dem Unterverzeichnis „Fischereiwirtschaft“ abspeichern soll.</p>
<p>Albert Schweitzer hat sich zur Entdeckung der DNA-Doppelhelix, soweit ich weiß, nicht geäußert. Er hätte sie zunächst als eine wunderbare naturwissenschaftliche Bestätigung seiner mystischen Grunderfahrung der universalen Zusammengehörigkeit und Allverbundenheit der Schöpfung rundum nur begrüßen</p>
<p>können. Was danach noch zu seinen Lebzeiten am Zukunftshorizont biologischtechnischer Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, heraufzog – für die einen verheißungsvoll, für die anderen gefährlich drohend – dazu hätte sich Schweitzer als Arzt und Ethiker sicher maßgeblich zu Wort gemeldet.</p>
<p>Was ihn in seinem letzten Lebensjahrzehnt hauptsächlich beschäftigte, war ein ganz anderes seinerzeit sehr viel dringenderes Kernproblem – nicht des Zellkerns mit seiner DNA, sondern des Atomkerns, des nuklearen Wettrüstens zwischen Ost und West und die daraus erwachsende Bedrohung der ganzen Menschheit. Darum setzte er sich zusammen mit anderen maßgeblichen Wissenschaftlern wie Albert Einstein, Otto Hahn und Linus Pauling mit Erfolg für die Beendigung der Atomwaffenversuche und für eine weltumspannende Friedenspolitik ein.<sup>3</sup></p>
<p>Auch wenn er sich – wie gesagt – nicht zu der immer lauter tickenden biologischen Zeitbombe geäußert hat, so doch zu einer sehr viel grundsätzlicheren Frage, nämlich welchen Stellenwert das menschliche Streben nach wissenschaftlich- technischem Fortschritt als kulturgestaltende Kraft haben kann und haben darf. Diese Grundsatzfrage und sich daraus ergebende Antworten stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben und seiner Vision eines erneuerten „geistigen und ethischen Menschentums“ <sup>4</sup>.</p>
<p>Angesichts der Entwicklungen auf dem Gebiet der Gentechnologie werden für die einen große Zukunftshoffnungen wach, für die anderen massive Ängste. Für die einen ist es eine große Chance, das böse Zufallsspiel, das die blinde Natur mit den Genen treibt, durch Korrektur der Erbinformation zu kultivieren und in heilsame Bahnen zu lenken. Andere sehen die Gefahr, dass der Mensch der totalen Machbarkeit und Steuerbarkeit unterworfen wird und dadurch seine eigentliche Menschlichkeit einbüßt.</p>
<p>Was Schweitzer unternahm angesichts der Atomwaffenbedrohung kann auch in dieser Kernfrage für uns richtungsweisend sein: Zunächst einmal hat er sich eingehend über die Faktenlage informiert, ja regelrecht Atomphysik studiert, um die Diskussion auf eine sachliche, wissenschaftlich gesicherte Grundlage zu stellen. Sodann ging es ihm darum Öffentlichkeit zu schaffen. Möglichst viele Menschen sollen am kritisch geführten Diskurs teilhaben und ethisch abwägend Stellung beziehen.</p>
<p><strong>[....]</strong></p>
<hr />1 Vortrag, gehalten am 12.11.2003 in der Ev. Christuskirchengemeinde Mainz.</p>
<p>2 Vgl. Gassen, Hans G.: Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung – Möglichkeiten und Risiken. In: Dunkelberg, Hartmut: Lebensmittel durch Gentechnik? Frankfurt/M. 1999, S. 47; Taylor, Gordon Rattray: Die biologische Zeitbombe. Revolution der modernen Biologie. Frankfurt/M. 1969, S. 208ff.</p>
<p>3 Vgl. Schweitzer, Albert: Menschlichkeit und Friede. Kleine philosophisch-ethische Texte, hrsg. v. Gerhard Fischer, Berlin 1991, S. 160ff.</p>
<p>4 Schweitzer, Albert: Die Weltanschauung der Ehrfurcht vor dem Leben. Kulturphilosophie III. Erster und zweiter Teil, hrsg. v. Claus Günzler u. Johann Zürcher. München 1999, S. 339.</p>


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		<title>Wunsch Sectio &#8211; Kaiserschnitt auf Wunsch</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:19:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[kaufen beim Grin-Verlag

Autor: Martina Sedlatschek-Dussling
1 Einleitung 
Im täglichen Leben sind wir ständig vor Entscheidungen gestellt, bei denen richtiges Handeln gefragt ist. Doch was bedeutet es, richtig oder falsch, gut oder böse zu handeln? Welchen Bewertungsmaßstab setzen wir an, wenn wir Taten als moralisch, unmoralisch, sittlich oder unsittlich definieren? Welche Instanz bewegt uns dazu, mitunter vorschnell [...]


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</a><br />
Autor: Martina Sedlatschek-Dussling</p>
<p><strong>1 Einleitung </strong></p>
<p>Im täglichen Leben sind wir ständig vor Entscheidungen gestellt, bei denen richtiges Handeln gefragt ist. Doch was bedeutet es, richtig oder falsch, gut oder böse zu handeln? Welchen Bewertungsmaßstab setzen wir an, wenn wir Taten als moralisch, unmoralisch, sittlich oder unsittlich definieren? Welche Instanz bewegt uns dazu, mitunter vorschnell moralische Urteile über andere Menschen zu fällen? Gerade in der Arbeit mit meinem Nächsten ist es wichtig, sich innerhalb des Balanceaktes zwischen Beruf und Berufung sozialer Arbeit, der Tatsache bewusst zu werden, dass moralische Urteile häufig nur das Verhältnis eigener Bedürfnisse und Interessen und jener unserer Klienten darstellt<sup>1</sup>. Dabei ist es unumgänglich, dessen Autonomie in gleichem Maße wie meine eigene zu achten, um ihm dabei zu helfen, seine Menschenrechte zu verwirklichen. Während ich im ersten Teil meiner Arbeit die Grundlinien einer allgemeinen Ethik zusammenfassend darstelle, beschäftige ich mich im zweiten Teil mit einem Thema der angewandten Ethik. Hier gehe ich der Frage, inwieweit es eine sog. Wunschsectio (Kaiserschnitt auf Wunsch) rechtlich und ethisch vertretbar scheint. Abschließend möchte ich die gewonnenen Erkenntnisse auf die sozialpädagogische Praxis übertragen.</p>
<p><strong>2 Grundaspekte einer allgemeinen Ethik </strong></p>
<p><strong>2.1 Die doppelte Grundfrage der Ethik </strong></p>
<p>Moral und Ethik werden im umgangsprachlichen Gebrauch oft gleichbedeutend verwendet. Obgleich sie zwar eng miteinander verbunden sind, definieren sie doch unterschiedliche Schwerpunkte: Die Moral weist die praktische Seite sittlichen Handelns aus und gibt Antwort auf die Frage, was moralisch (sittlich) gut oder böse (unsittlich, unmoralisch) ist; sie leitet das Individuum in seinem alltäglichen Handeln. Die Ethik vertritt den wissenschaftlichen Part, indem sie jenes moralische Alltagshandeln theoretisch bewertet und damit die Frage beantwortet, was überhaupt ethisch ist. Während sich also die Moral, als gelebte Moral, im tagtäglichen Handeln des Menschen wiederspiegelt und von ihm praktisch angewendet wird, befasst sich die Ethik, als sog. Lehre von der Moral, mit deren theoretischen Grundlagen. Als beschreibende Disziplin reflektiert sie die Moral und entwickelt daraus Bewertungskriterien für dieselbe. Jegliches Handeln bedarf notwendigerweise immer einer gewissen Freiheit. In der Ethik geht es letztendlich um das Verhältnis dieser Freiheit des handelnden Individuums (als Subjekt einer Handlung) mit einem Gesetz (Sittengesetz), nach dem sich diese und das, daraus resultierende moralische oder unmoralische Handeln, zu richten hat. Es muss also ein Gesetz gefunden werden, das die Freiheit in gleichem Maße reglementiert wie ermöglicht.</p>
<p><strong>2.2 Handlungslehre &#8211; zwischen Freiheitskausalität und Naturkausalität </strong></p>
<p>Da sich Moral immer auf bestimmte Handlungen von Menschen und deren Gesinnung bezieht, ist die Handlungslehre eine grundlegende Voraussetzung für die Ethik. Bevor man eine Handlung beurteilen kann, muss erst geklärt werden, was deren Bestimmung ist: Eine Handlung an sich, gibt es nicht &#8211; weshalb sie für sich eigentlich nicht moralisch bewertbar ist. Erst durch den Menschen, der die Handlung mittels seines Willens auf ein Ziel hin richtet, wird sie zu dem &#8211; was sie werden soll: gut oder böse. Ich denke autonom &#8211; entsprechend meiner Gesinnung und meinem Handlungsziel &#8211; jeder Handlung einen moralischen Wert zu: Ich bestimme mich zum Handeln (mit einer bestimmten Absicht). Dabei tritt das Ich, als bestimmendes Subjekt der Handlung, gleich zweimal in Erscheinung: Zum Ersten als aktives Ich (ich bestimme) und zum anderen, als passiv bestimmt werdendes Ich (mich)<sup>2</sup>. Der Akt des Wollens (wie will ich Handeln)  liegt nur an mir!<br />
In einer Handlung bin ich also deshalb, weil Ich mich in diesen Zustand gebracht habe &#8211; mich willentlich dazu bestimmt habe. So wird eine Handlung erst durch die Gesinnung des, die Handlung bestimmenden oder ausführenden Ichs, bewertbar und je nach Blickwinkel des Betrachters (nach dessen moralischer Einstellung) als sittlich oder unsittlich beurteilt. Da eine Handlung stets durch den Menschen als deren Subjekt bestimmt wird, kann sie niemals Ursache in sich selbst sein und ist deshalb immer auf das Streben dieses individuellen Freiheits- und Vernunftwesens, zurückzuführen. Menschliches Streben kann allerdings zwei Ursachen haben: Freiwilligkeit oder Triebhaftigkeit. Von einer freien Handlung kann man nur dann sprechen, wenn sie durch den freien Willen des Ichs bestimmt wurde und ihre Ursache einzig darin begründet ist. Damit unterscheidet sie sich klar von einem Ereignis, dessen Ursprung &#8211; außerhalb eines strebenden Ichs &#8211; in einem naturkausalen Ursache- und Wirkungszusammenhang, begründet werden kann.</p>
<p><strong>2.3 Aktgrund und Motivgrund </strong></p>
<p>Handlungen sind immer Akte (m)eines Subjektes (Ich bin Subjekt meiner Handlung). Damit wird mein aktives, produzierendes (transzendentales) Ich zum Aktgrund bzw. Subjektgrund der Handlung selbst. Ich bin folglich, in meiner Funktion als frei willentliches Wesen, Ursache dafür, dass es überhaupt zu einer &#8211; wie auch immer von mir bestimmten &#8211; Handlung kommt.<br />
Ist mein Ich in seiner Funktion als Wille aber auch wirklich frei &#8211; oder lasse ich mich in meinem Wollen durch Triebe bestimmen? Betrachte ich mich als animal rationale, so steht mein sinnenhafter Teil im ständigen Konflikt zwischen Aktiv (Ich bestimme) und Passiv (ich werde bestimmt). Ob es wirklich mein freier Wille ist der mich zu einer Handlung bewegt &#8211; oder ein triebbedingtes Streben außerhalb meiner selbst &#8211; hängt letztendlich davon ab, inwieweit es mir gelingt, mein Ich über mein triebgesteuertes Es (vgl. Freud) herrschen zu lassen.<br />
Schließlich habe ich sogar die Freiheit mich vom Trieb bestimmen zu lassen, wobei ich dies allerdings aufgrund meiner freien Entscheidung &#8211; also aktiv &#8211; zulasse oder nicht, indem ich sage: „Ich bestimme mich dazu, bestimmt zu werden“ oder eben „Ich bestimme mich dazu, nicht bestimmt zu werden!“<sup>3</sup> Letztendlich bestehen alle Handlungen aus einer Abwägung von Trieb gegen Freiheit &#8211; ich sollte aber meine Triebe steuern wollen und mich nicht permanent treiben lassen. Während der Mensch als Aktgrund dafür sorgt, dass es überhaupt zu einer bestimmten Handlung kommt und damit als deren Bestimmungsgrund fungiert, bedarf er auch einer gewissen Antriebskraft, die wiederum Ursache dafür ist, dass er seine Handlung überhaupt in eine konkrete Richtung lenkt. Ein solcher Grund, der menschliches Verhalten aktiviert und auf ein bestimmtes Ziel hin steuert, wird als Motiv (Motivgrund) bezeichnet. Das Motiv (oder: der Bestimmungsgrund) einer Handlung, sorgt für die inhaltliche Zielsetzung derselben. Eine Handlung wird damit zur Antwort nach der Frage eines Motivs.</p>
<p><strong>2.4 Vereinbarkeit von Aktgrund und Motivgrund</strong></p>
<p><strong>[...]</strong></p>
<hr /><strong>1</strong> vgl. Anzenbacher, Arno: Einführung in die Ethik. Düsseldorf, 3.  Auflage 2003; S. 14</p>
<p><strong>2</strong> Gerten Michael: Skript zum Seminar „Ethik“ von April- Juni 2004 an  der BA Heidenheim</p>
<p><strong>3</strong> Gerten Michael: Skript zum Seminar „Ethik“ von April-Juni 2004 an  der BA Heidenheim</p>


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		<title>Wie weit darf Werbung gehen?</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:18:03 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsethik]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[kaufen beim Grin-Verlag
Autoren: Benjamin Höschele, Peter Wegmann
1 Einführung
Kraftausdrücke bei Media Markt, Beleidigungen gegen Blinde bei Mobilcom und nackte Tatsachen bei IKEA – die Aussagen der Werbung finden immer neue und weitergehende Mittel und Wege um ihre Anliegen beim Verbraucher unterzubringen. Verbraucherschützer und Kritiker aus allen Bereichen schlagen Alarm, weil sie die abendländische Kultur in Gefahr [...]


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<p>Autoren: Benjamin Höschele, Peter Wegmann</p>
<p><strong>1 Einführung</strong></p>
<p>Kraftausdrücke bei Media Markt, Beleidigungen gegen Blinde bei Mobilcom und nackte Tatsachen bei IKEA – die Aussagen der Werbung finden immer neue und weitergehende Mittel und Wege um ihre Anliegen beim Verbraucher unterzubringen. Verbraucherschützer und Kritiker aus allen Bereichen schlagen Alarm, weil sie die abendländische Kultur in Gefahr sehen. Werbetreibende halten das Recht auf freie Meinungsäußerung dagegen. Lange Zeit nach den Diskussionen um die Schockwerbung bei Benetton ist die Frage um Mögliches oder Unmögliches in der Werbung neu entbrannt. Angesichts dieser Situation ist es das Ziel der vorliegenden Analyse die Frage zu beantworten, wie weit Werbung gehen darf um ihre Informationen bei den Empfängern bekannt zu machen.</p>
<p>Dazu werden im zweiten Teil die wissenschaftlichen Aspekte des Problems erörtert und eine Definition der Werbung gegeben. Im dritten Teil wird anschließend das Problem aus rechtlicher Sicht beleuchtet. Um dies zu gewährleisten werden die betreffenden Gesetze und Erklärungen dargestellt. Eine Vorstellung des Deutschen Werberates rundet den Teil ab. Danach stellt der vierte Teil das Problem aus ethischer Sicht unter Betrachtung der verschiedenen philosophischen Ansätze dar.</p>
<p>Abschließend wird ein Fazit gezogen und die gestellte Frage beantwortet.</p>
<p><strong>2 Erörterung des Problems aus wissenschaftlicher Sicht</strong></p>
<p>Im nachfolgenden Abschnitt wird das Problem aus wissenschaftlicher Sicht dargestellt und der Begriff Werbung erklärt.</p>
<p><strong>2.1 Was ist Werbung?</strong></p>
<p>Werbung dient allgemein der Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren eines Marktes. In den meisten Fällen sind das die Unternehmen und die potentiellen Konsumenten des jeweiligen Angebots. Unternehmen versuchen dabei die Konsumenten über ihre Produkte zu informieren und zum Konsum derer zu überzeugen. Dies kann auf vielfältige Weise erfolgen, auf die im weiteren Verlauf dieser Ausarbeitung näher eingegangen wird.</p>
<p>Weitere Ziele der Werbung sind die Steigerung der Bekanntheit von Produkten und Unternehmen, die Veränderung von Images und die Übermittlung von Informationen. Nach einer im Jahre 1998 durchgeführten Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), steht die Werbung aus diesem Grunde bei der Bevölkerung für den großen Verführer für Markttransparenz und den Zwang der Unternehmen zur Produktverbesserung. Auf der Seite der Wissenschaft ist es dagegen, trotz vielfältiger Bemühungen, jedoch nicht gelungen eine einheitliche Definition der Werbung zu erstellen. Aus diesem Grunde hier drei Definitionsansätze (vgl. Schneider 2003, S. 272f):</p>
<ul>
<li> „Werbung ist ein Begriff für die öffentliche, gezielte und geplante Kommunikation der Information, der Motivation, der Überzeugung und der Manipulation eines definierten Kreises von Umworbenen zugunsten der Marktchancen eines Produktes oder des Images eines Unternehmens.“</li>
<li> „Absatzwerbung ist ein Marketinginstrument, das durch absichtlichen und zwangfreien Einsatz spezieller Kommunikationsmittel die Zielpersonen zu einem Verhalten veranlassen will, das zur Erfüllung der Werbeziele des Unternehmens beiträgt.“</li>
<li> „Werbung ist eine Kommunikationsform, die unpersönlich und in räumlicher Distanz zum Verkaufsort durchgeführt wird und sich auf ein Produkt oder auf eine Gruppe von Bedürfnissen oder Produkten bezieht.“</li>
</ul>
<p><strong>2.1.1 Die verschiedenen Formen der Werbung</strong></p>
<p>Der folgende Abschnitt soll die wichtigsten Werbeformen beschreiben und dem Leser auf diese Weise einen Einblick in die Welt der Werbung geben.</p>
<p><strong>2.1.1.1 Klassische Werbung</strong></p>
<p>Unter klassischer Werbung versteht man Anzeigen und Werbespots in den dafür zugewiesenen Bereichen der klassischen Printmedien, Film, Funk und Fernsehen. Um gezielt die jeweilige Zielgruppe anzusprechen werden die in Frage kommenden Medien einer strengen Analyse unterzogen, um den Grad der Eignung festzustellen. Eine ständige Wiederholung der Anzeigen- oder Werbespotschaltung soll eine Verankerung im Bewusstsein des Rezipienten zur Folge haben.</p>
<p>Da sich Beispiele für diese Form der Werbung in jeder Tageszeitung oder im Fernsehen finden lassen und dem Leser bekannt sein dürften, wurde hier auf ein Beispiel verzichtet.</p>


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		<title>Weshalb ist Töten unrecht?</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:16:57 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Weshalb]]></category>

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Autor: Isabel Stamer
EINLEITUNG
Das Thema dieser Hausarbeit ist die Frage &#8220;Weshalb ist Töten unrecht ?&#8221;. Ihr liegt das gleichnamige 4. Kapitel des Buches &#8220;Praktische Ethik&#8221; von Peter Singer zu Grunde. Es handelt sich allerdings um die 2., revidierte und erweiterte Auflage von 1994. Das Buch ist erstmals 1979 von der Cambridge University Press in [...]


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<p>Autor: Isabel Stamer</p>
<p><strong>EINLEITUNG</strong></p>
<p>Das Thema dieser Hausarbeit ist die Frage &#8220;Weshalb ist Töten unrecht ?&#8221;. Ihr liegt das gleichnamige 4. Kapitel des Buches &#8220;Praktische Ethik&#8221; von Peter Singer zu Grunde. Es handelt sich allerdings um die 2., revidierte und erweiterte Auflage von 1994. Das Buch ist erstmals 1979 von der Cambridge University Press in Cambridge herausgegeben worden.<br />
Ich habe versucht, es in dem Sinne zu gliedern und zu bearbeiten, so daß man die logischen Schritte Singers und deren Konsequenzen und Schlußfolgerungen gut nachvollziehen kann und am Ende neben einem positiven Eindruck von diesem Buch noch die Nachdenklichkeit über einige ethische Uneinigkeiten mitnimmt.</p>
<p><strong>1.KAPITEL</p>
<p>1.1. Über Ethik und Peter Singers Buch &#8220;Praktische Ethik&#8221;</strong></p>
<p>Wir fällen unsere Urteile über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit eigenen oder fremden Verhaltens nicht nur unter den Gesichtspunkten sachlicher Richtigkeit, sondern auch unter solchen, die wir Gesichtspunkte moralischer, ethischer oder auch sittlicher Richtigkeit nennen. Im Gegensatz zur rein sachlichen Beurteilung einer Handlung, ist für die ethische Beurteilung in erster Linie bedeutsam, wieweit durch eine Handlung die Absichten und Interessen anderer Personen gefördert oder geschädigt werden. Ein wesentliches Charakteristikum moralischer / ethischer &#8220;Gebote&#8221; sollte sein, daß sie den Anspruch stellen, für unser Verhalten unbedingt gültig zu sein. Das Problem, dessen sich auch Peter Singer annimmt, ist die unbestreitbare Tatsache, daß zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Gemeinschaften und Kulturkreisen, sehr verschiedene Moralvorstellungen mit dem Anspruch auf absolute Gültigkeit aufgetreten sind und noch auftreten, die zum Teil sehr verschiedene Forderungen enthalten und nicht selten solche, die sich gegenseitig widersprechen. Der Titel des Buches lautet &#8220;Praktische Ethik&#8221;, d.h. es geht hier um die Anwendung der Moral bzw. ethischer Prinzipien. Singer behandelt Ethik hier vollkommen unabhängig von Religion. Ethik ist für ihn in irgendeinem Sinne universal, denn will man eine Handlung mit moralischen Gründen verteidigen, kann man sich nicht nur auf die eigenen Vorteile berufen, sondern man muß sich auf eine größere Masse beziehen. Diesbezüglich gab es schon viele Versuche, angefangen mit Moses´ &#8220;Goldener Regel&#8221;, die besagt, daß man seinen Nächsten lieben soll, wie sich selbst, d.h. den Interessen anderer gleichen Wert gebühren soll, wie den eigenen. Nichts anderes besagt das berühmte Sprichwort &#8220;Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg` auch keinem anderen zu!&#8221; Und auch einer der berühmtesten Philosophen Deutschlands drückte dies in seinem kategorischen Imperativ aus &#8220;Handle nur nach derjenigen Maxime, von der Du zugleich wollen kannst, daß sie allgemeines Gesetz werde!&#8221; Doch so zu handeln ist oftmals nicht einfach.</p>


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		<title>Wesen, Pro- und Contra-Argumentation der Gentechnik</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:16:02 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wesen]]></category>

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		<description><![CDATA[kaufen beim Grin-Verlag
Autor: Sylvana Mengel
1. Einleitung
Der Augustinermönch Gregor Mendel (1822-1884), der als Vater der klassischen Genetik gilt, gelangte in seiner Arbeit „Versuche über Pflanzen- Hybriden“ zu der Erkenntnis, dass die Eigenschaften von Organismen nach bestimmten Mustern auf die Nachkommen vererbt werden. Daraus schlussfolgerte er, dass diesen Eigenschaften Erbfaktoren zugrunde liegen, die über die Keimzellen weitergegeben [...]


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<p>Autor: Sylvana Mengel</p>
<p><strong>1. Einleitung</strong></p>
<p>Der Augustinermönch Gregor Mendel (1822-1884), der als Vater der klassischen Genetik gilt, gelangte in seiner Arbeit „Versuche über Pflanzen- Hybriden“ zu der Erkenntnis, dass die Eigenschaften von Organismen nach bestimmten Mustern auf die Nachkommen vererbt werden. Daraus schlussfolgerte er, dass diesen Eigenschaften Erbfaktoren zugrunde liegen, die über die Keimzellen weitergegeben und neu kombiniert werden (vgl. v. Brandis, Schönberger; Anatomie und Physiologie, 1991, S.32).</p>
<p>Die Forschung in der Biotechnik wird zunehmend in den letzten Jahren mit einer unheimlichen Dynamik vorangetrieben. Besonders die embryonale Stammzellenforschung bietet Perspektiven hinsichtlich Therapie und Vermeidung bisher unheilbarer Krankheiten. Die damit verbundenen Zukunftshoffnungen im Bereich der Humanmedizin bei Ärzten und Patienten sind enorm.</p>
<p>Wissenschaftler und Unternehmen versuchen Verfahren zur Genforschung, daraus entwickelte Körperbestandteile und neue Organismen patentieren zu lassen. Unerwünschte Eigenschaften bei Lebewesen und Menschen sollen eliminiert werden. Mit der Möglichkeit des Klonens lassen sich in Zukunft effiziente Bio-Produkte beliebig vermehren. Jeder Mensch könnte sich ein Duplikat halten, um jederzeit über Ersatzorgane zu verfügen. Das Leben wird zur Ware, wie die unbelebte Materie. „Wir begeben uns in einen Bereich, in dem letztlich nur der Gewinn zählt“ (DER SPIEGEL 2/2002, S.144)<sup>1</sup>.</p>
<p>Das profitable Geschäft mit der Reproduktionstechnologie greift tief in unser Verständnis von Leben, Gesundheit, Krankheit und Tod ein. An ein ‚perfektes’ Individuum werden künftig durch die Möglichkeiten der Biotechnologie neue, höhere Maßstäbe angelegt. Natürliche Prozesse, wie das Altern, werden nunmehr als Krankheit definiert.</p>
<p><strong>2. Begriffsbestimmung</strong></p>
<p><strong>2.1. Gentechnologie</strong></p>
<p>Als Gentechnik bezeichnet man die Übertragung von Genen in den Gen- Bestand eines Organismus. Gentechnologie (genetic engineering) verändert die genetischen Informationen einer Zelle oder eines Organismus durch physikalische oder chemische Behandlung, sowie durch die Übertragung und den Einbau von fremdem, auch künstlich hergestelltem Genmaterial (vgl. dtv-Atlas Biologie, Bd. 1, 1998, S. 3).</p>
<p>2.2. Methoden genetischer Forschung</p>
<p>Die Methoden der genetischen Forschung beim Menschen beschränkten sich bislang auf fünf verschiedene Forschungsmethoden: Das massenstatistische Verfahren wendet die Erkenntnisse der Populations- Genetik auf den Menschen an, wobei möglichst viele Einzellfällen untersucht und statistisch ausgewertet werden.</p>
<p>Die Familienforschung verfolgt den Erbgang eines bestimmten Merkmals mittels Stammbaum und Ahnentafel.</p>
<p>Zwillingsforschung wertet Untersuchungen an Chromosomen aus und zieht Umweltbedingungen zur Eigenschaftsbestimmung heran. Die zytogenetische Methode beruht auf der Chromosomenuntersuchung im Metaphasestadium. Für die Gen-Kartierung wird ein so genanntes Karyogramm der menschlichen Chromosomen mit der Banden-Technik erstellt. Darunter versteht man die Ordnung der Chromosomen in Gruppen und ihre Nummerierung (vgl. Linder Biologie, J.B. Metzler, 1983, S. 358, 359).</p>
<p><strong>[...]</strong></p>
<hr />1 &#8211; Zitat: Spiros Simitis, Vorsitzender des Nationalen Ethikrats.</p>


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		<title>Wenn Zeugen Jehovas die Bluttransfusion verweigern &#8211; Ethische Standpunkte</title>
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		<description><![CDATA[kaufen beim Grin-Verlag
Autor: Doreen Hunger
Einleitung
„Die religiösen Lehren sind sämtliche Illusion, unbeweisbar, niemand darf gezwungen werden, sie für wahr zu halten, an sie zu glauben. Einige von ihnen sind so unwahrscheinlich, so sehr in Widerspruch zu allen, was wir mühselig über die Realität der Welt erfahren haben, dass man sie &#8211; mit entsprechender Berücksichtigung der psychologischen [...]


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<p>Autor: Doreen Hunger</p>
<p><strong>Einleitung</strong></p>
<p>„Die religiösen Lehren sind sämtliche Illusion, unbeweisbar, niemand darf gezwungen werden, sie für wahr zu halten, an sie zu glauben. Einige von ihnen sind so unwahrscheinlich, so sehr in Widerspruch zu allen, was wir mühselig über die Realität der Welt erfahren haben, dass man sie &#8211; mit entsprechender Berücksichtigung der psychologischen Unterschiede – mit Wahnideen vergleichen kann.“ Sigmund Freud, Psychoanalytiker (1856-1939) Dieses Zitat von Freud macht deutlich, dass Glauben auf keine Lehren aufbaut, die real belegbar sind. Diese Tatsache führt zu Problemen zwischen einer weltlichen und einer vom Glauben bestimmten Lebensauffassung. Denn die Verhaltensweisen der Menschen basieren auf unterschiedlichen Wertvorstellungen, nach denen sie ihr eigenes Tun und das Handeln ihrer Mitmenschen als „gut“ oder „böse“, „richtig“ oder „falsch“ bewerten, was wiederum zu Widersprüchen führt.</p>
<p>In der Medizin spitzt sich dieser Konflikt oft zu, wenn die Behandlungsmethoden des Arztes nicht mit dem Glauben des Patienten vereinbar sind. Ich möchte diesen Konflikt am Beispiel der Zeugen Jehovas darstellen, die aus Glaubensgründen eine zum Teil lebensnotwendige Bluttransfusion ablehnen. Meine Studienarbeit enthält sowohl medizinische und rechtliche Daten zur Blutübertragung, als auch Informationen zur Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Weiterhin stelle ich die Medizinische Ethik und die Glaubensethik, als Richtungen der Ethik vor, um auf moralische1 Fragen bezüglich der Verweigerung von Blutübertragungen bei den Zeugen Jehovas einzugehen. Mir liegt es jedoch fern, die Glaubensgemeinschaft in dieser Studienarbeit zu verurteilen oder deren Lehren, wie Sigmund Freud es nennt, als „Wahnideen“ darzustellen.</p>
<p><strong>1. Definition des Begriffs der Bluttransfusion</strong></p>
<p>Die Bluttransfusion ist die Übertragung von Vollblut oder Blutbestandteilen (z.B.: Erythrozyten-, Leukozyten-, Thrombozytenkonzentrat) eines Blutspenders, mittels Venenkanüle direkt in die Blutbahn des Empfängers. Die Vollblutübertragung, auch Austauschtransfusion genannt, bildet heutzutage eher eine Ausnahme. Sie kommt nur zum Einsatz, um massiven Hämolysen (Zerstörung der körpereigenen roten Blutkörperchen), zum Beispiel bei Transfusionszwischenfällen, bei hämolytischen Krisen der Sichelzellanämie, bei der Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Neugeborenem, vorzubeugen und bei starken Blutungen nach einem Unfall. Hierfür wird Frischblut verwendet, das nicht älter als 72 Stunden sein darf. Ansonsten werden nur Blutbestandteile transfundiert.</p>
<p><strong>[...]</strong></p>
<hr />1 Moral: „ Eine Moral ist der Inbegriff jener Normen und Werte, die durch gemeinsame Anerkennung als verbindlich gesetzt worden sind und in der Form von Geboten (Du sollst…; es ist deine Pflicht…) oder Verboten (Du sollst nicht…) an die Gemeinschaft der Handelnden appellieren. …“ (Annemarie Pieper, Einführung in die Ethik, 2000, S.32)</p>


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		<title>Welche Bedeutung haben Liebe und Hass im Zyklus des Werdens und Vergehens bei Empedokles?</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 14:13:57 +0000</pubDate>
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Autor: Doreen Kötschau
Liebe und Hass sind Mächte, die die Menschheit beherrschten und beherrschen, früher und heute. Bei dem vorsokratischen Philosophen Empedokles werden sie sogar als göttliche Mächte definiert. Wie kommt Empedokles zu dieser Bezeichnung? Der altgriechische Philosoph Empedokles lebte etwa um 485- 425 vor Christus . Er stammt aus Akragas, welches heute Arigento [...]


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<p>Autor: Doreen Kötschau</p>
<p>Liebe und Hass sind Mächte, die die Menschheit beherrschten und beherrschen, früher und heute. Bei dem vorsokratischen Philosophen Empedokles werden sie sogar als göttliche Mächte definiert. Wie kommt Empedokles zu dieser Bezeichnung? Der altgriechische Philosoph Empedokles lebte etwa um 485- 425 vor Christus . Er stammt aus Akragas, welches heute Arigento heißt. Der Lebenslauf Empedokles’ ist abenteuerlich und was davon stimmt, ist schwer zu bestimmen. Fest steht, dass er einen ähnlichen Ruf genoss wie Pythagoras, also den eines Schamanen, eines wundersamen Mannes, eines Mystikers und Propheten. Im Gegensatz dazu ist er aber auch ein Naturbeobachter, Physiker und Astronom gewesen. „Er behauptete, das ihm zur Verfügung stehende Wissen bilde den Schlüssel für die Beherrschung der Naturgewalten, mit ihm könne der Mensch die Winde anhalten, den Regen herbeirufen und sogar die Toten aus dem Hades zurückholen. Er glaubte fest an die Seelenwanderung.“ Sein Tod ist sagenumwoben, so soll er in den Schlund des Ätna gestürzt sein. Empedokles hinterließ mehrere Fragmente. Die beiden bekanntesten sind die philosophische Dichtung „Von der Natur“ und die religiösen Gedichte unter dem Titel „Entsühnungen“. Beide sind im Versmaß des homerischen Epos verfasst. Des weiteren soll Empedokles Tragödien, politische sowie medizinische Schriften verfasst haben, von denen manche verschollen sind, manche umstritten. Empedokles geht von vier Urstoffen aus – Feuer, Wasser, Luft und Erde – die von den beiden Kräften Liebe und Hass bewegt werden. Mit Hilfe dieser Grundkonstruktion erklärt er die Welt und ihre Zusammenhänge. Doch welche Bedeutung haben die beiden Kräfte genau in seiner Philosophie? Diese Hausarbeit soll sich mit der Frage beschäftigen: Welche Bedeutungen haben Liebe und Hass im Zyklus des Werdens und Vergehens bei Empedokles? Dabei werde ich zuerst Liebe und Hass charakterisieren, danach werde ich mich mit den vier Elementen beschäftigen, da diese der Grundstein vom Werden und Vergehen sind, welches ich im nächsten Abschnitt erläutern werde. Als letztes erläutere ich Werden und Vergehen im größeren Zusammenhang, nämlich in der Kosmogonie der Weltperioden bei Empedokles.</p>


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